Nachts geht das Licht auf …

Leuchttürme haben schon etwas Poetisches: Sie weisen den Weg, trotzen der stürmischen See, sind Schauplatz von so mancher Hochzeit, beliebter Ort für cineastisch inszenierte Morde, immer wieder Ziel von Ausflügen. Leuchttürme tragen Geschichte. Und hin und wieder haben sie sogar das Zeug für eine Geschichte in einer Fachzeitschrift, die sich sonst eher mit den harten Fakten der elektrischen Antriebstechnik befasst. Für Faulhaber habe ich so eine Geschichte geschrieben. Konkret ging es dabei um DC-Motoren, die im Lampenhaus das Linsensystem in Rotation bringt.

Den Bericht in der Antriebstechnik lesen Sie hier.

Denk ich an Leuchttürme, denk ich an Henry Lepaute. Der Name fällt, sobald es sich um die Technik dieser maritimen Seezeichen dreht. Lepaute baut die Optiken, die dafür sorgen, dass das Licht auch noch in 40 Kilometern Entfernung zu sehen ist. 23 nautische Seemeilen – so weit muss der Strahl aus dem Lampenhaus mindestens reichen.

Vom Turmuhrantrieb zum hochpräzisen Elektromotor

Gut zu wissen: Vor noch gut einhundert Jahren wurden die Optiken auf Leuchttürmen noch von einem Turmuhrantrieb gedreht. Hierbei handelt es sich vom Konstruktionsprinzip her tatsächlich um ein angepasstes mechanisches Uhrwerk für Kirchen, das vom Leuchtturmwärter regelmäßig durch Gewichte wieder aufgezogen werden musste. „In den 1930er Jahren kamen die ersten Elektroantriebe“, berichtet Dirk Berger, Pressesprecher des Wasserstraßen- und Schifffahrtsamt Stralsund. Eine weitere Modernisierungswelle startete in den 1980er Jahren. Die Technik ist noch heute in Betrieb. Die lange Lebensdauer ist das Resultat regelmäßiger Wartungen und dem Betrieb weit unterhalb der maximal verfügbaren Drehmomente.